Wurmsham/Seifriedswörth – Wo früher die Schulglocke läutete, ist heute ein Ort der Fürsorge entstanden: Mit einer feierlichen und zugleich heiteren Segnung wurde am Dienstag, 14. April, die neue Tagespflege des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Seifriedswörth offiziell eingeweiht. Besonders erfreute die Teilnahme der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, MdL. Die Landtagsabgeordnete Dr. Petra Loibl, MdL, war ebenfalls vor Ort. Die Einweihung gestaltete sich würdevoll und ehrte alle Anwesenden. Dass die Veranstaltung überraschend unterhaltsam verlief, lag nicht zuletzt an einem Geistlichen mit Sinn für Humor.
Im ehemaligen Schulhaus, das die Gemeinde Wurmsham im vergangenen Herbst aufwendig umgebaut und renoviert hatte, finden nun Seniorinnen und Senioren aus der Region Betreuung und Gemeinschaft. Bürgermeister Manuel Schott betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Errichtung einer neuen Tagespflege und die Zusammenarbeit mit dem BRK Landshut. Es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen, das Gebäude sinnvoll und zukunftsorientiert zu beleben. Die gelungene Veranstaltung und der hohe Besuch seien für ihn der beste Beweis dafür, dass das gemeinsame Projekt mit dem BRK ein voller Erfolg geworden ist und die richtige Entscheidung war.
Zur Eröffnung waren zahlreiche Ehrengäste erschienen, darunter der Landrat des Landkreises Landshut Peter Dreier und mehrere Bürgermeister und Bürgermeisterinnen aus den umliegenden Gemeinden, wie Neufraunhofen, Buchbach, Schönbrunn, Velden und Oberbergkirchen.
Auch Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention ließ es sich nicht nehmen, persönlich nach Seifriedswörth zu kommen und damit ein deutliches Signal für die Bedeutung solcher Projekte im ländlichen Raum zu setzen.
Ministerin Gerlach würdigte in ihrer Rede das Engagement aller Beteiligten und betonte die Relevanz wohnortnaher Pflegeangebote: „Um häusliche Pflege in Bayern zu stützen und zu stärken, brauchen wir die Tagespflege. Dank dieser können Menschen ihr Leben zu Hause weiterführen und erhalten trotzdem tagsüber eine professionelle Versorgung. Gerade im ländlichen Raum kann die Ansiedelung einer Tagespflege enorm viel bewirken. Die Gemeinde Wurmsham ist ein gutes Vorbild dafür, wie ein solches Projekt umgesetzt werden kann. Die Umwandlung des alten Schulhauses in eine Tagespflegeeinrichtung ist ein wunderbares Beispiel, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden. Ich freue mich, dass wir dieses tolle Projekt mit einer Förderung aus dem Förderprogramm PflegesoNah in Höhe von 312.000 Euro unterstützen können.“
In Hinblick auf Fachkräftemangel und knappe Ressourcen sei es entscheidend, Versorgung nicht nur in Ballungszentren zu denken. Die vorhandenen Kapazitäten müssten angepasst werden, sei es durch Fusionen, durch Reformen oder durch den gezielten Aufbau sinnvoller Strukturen. Der entscheidende Punkt sei dabei, das vorhandene Personal bestmöglich einzusetzen, um eine optimale medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Gerlach hob auch den Mut der Stadt und des Landkreises Landshut hervor, durch das Vorantreiben der Fusion der heutigen Regio-Kliniken die vorhandenen Kapazitäten, insbesondere im Personalbereich, bestmöglich zu bündeln.
Landrat Peter Dreier vom Landkreis Landshut dankte der Ministerin und schloss sich ihren Worten an. Dabei unterstrich er die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen: Die Pflege müsse sowohl im ländlichen Raum als auch in den Städten nachhaltig gestärkt werden. Die enge Zusammenarbeit aller Ebenen sei dabei ein entscheidender Faktor.
Ein besonderer Dank galt auch der Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl, die durch ihr Engagement maßgeblich zur Förderung des Projekts beigetragen hatte. Die Errichtung der Tagespflege in Seifriedswörth wäre ohne ihr persönliches Engagement nicht möglich gewesen.
Seitens des BRK zeigten sich Vorstandsvorsitzender Werner Loher und Kreisgeschäftsführer Robert Pippig dankbar für die breite Unterstützung. Loher brachte es auf den Punkt: „Sie haben einen bedeutenden Beitrag zur Lebensqualität unserer Seniorinnen und Senioren geleistet.“ Robert Pippig betonte zudem die Wichtigkeit einer starken Vernetzung zwischen Politik, Kommunen und Trägern. So wie es im Falle der Tagespflege funktioniert habe, müsse es gesamtheitlich für die Pflegeversorgung funktionieren.
Für einen sehr heiteren Moment sorgte schließlich Pater Casimir Rathish vom Pfarrverband Velden. Gemeinsam mit zwei jungen Ministranten nahm er die Segnung vor und bewies dabei augenzwinkernden Humor. So bat er die Gäste vorsorglich, ihre Wassergläser abzudecken, da das Weihwasser den Inhalt in Wein verwandeln könnte. Spätestens als er zum Abschluss ein Geschenk in Form einer lokalen Bierkreation erhielt, war die Stimmung gelöst. Mit einem Lächeln kommentierte er: „Sehen Sie, die Weihung hat sofort funktioniert. Ich habe Wasser in Bier verwandelt.“
Nach diesem gelungenen Mix aus Ernsthaftigkeit, Dankbarkeit und Humor klang die Veranstaltung in geselliger Runde mit selbstgebackenen Kuchen aus. Die Feierstunde ließ keinen Zweifel daran, dass die neue Tagespflege nicht nur ein funktionales Angebot ist, sondern ein echter Gewinn für die gesamte Region.





